Tropenkrankheit in Bayern
Mehr Fälle von Chikungunya-Virus gemeldet
18.08.2025 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.
In Bayern steigt die Zahl der Infektionen mit dem tropischen Chikungunya-Virus deutlich. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.
Bis Anfang August 2025 registrierte das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) 24 Infektionen mit dem Chikungunya-Virus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich fünf. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) warnte, dass das Virus hohes Fieber sowie starke Gelenk- und Muskelschmerzen verursachen könne. Besonders gefährdet seien Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Schwere Krankheitsverläufe seien zwar selten, aber möglich.
Nach Angaben des Ministeriums wurden alle Fälle bislang aus Risikogebieten eingeschleppt. Eine Übertragung durch Mückenstiche in Bayern selbst sei bisher nicht nachgewiesen. Grundsätzlich sei das aber möglich, da sich die Asiatische Tigermücke auch in Deutschland ausbreitet. 2023 war sie bereits in zehn, 2024 schon in 17 Landkreisen Bayerns nachweisbar. Noch handelt es sich meist um Einzelfunde.
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien. Sie kann neben dem Chikungunya-Virus auch Dengue-, Zika- und Gelbfieber-Erreger übertragen. In Frankreich und Italien wurden bereits erste Fälle dokumentiert, bei denen die Infektionen durch Mücken vor Ort weitergegeben wurden. Eingeschleppt wird die Tigermücke häufig über den internationalen Warenverkehr oder Autos aus Südeuropa.
Um die Verbreitung einzudämmen, ruft das Gesundheitsministerium die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Vor allem sollten Wasseransammlungen im Freien vermieden werden, etwa in Blumentöpfen, Gießkannen oder Regentonnen. Dort legt die Tigermücke bevorzugt ihre Eier ab.
Reisenden in Risikogebiete wird dringend geraten, sich vor Stichen zu schützen: durch Netze, lange Kleidung, Insektenschutzmittel und Fliegengitter. Zudem stehen inzwischen zwei zugelassene Impfstoffe zur Verfügung, die ab zwölf Jahren empfohlen werden. Auch nach der Rückkehr aus betroffenen Regionen sei Mückenschutz sinnvoll, um eine mögliche Weitergabe zu verhindern.
