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Politik

Viele Schulden, große Lücken – Klingbeils zweiter Haushalt

wochentlich.deBy wochentlich.de28 Juli 2025Keine Kommentare4 Mins Read
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Bundeshaushalt

Viele Schulden, große Lücken – Klingbeils zweiter Haushalt

Aktualisiert am 28.07.2025 – 16:18 UhrLesedauer: 4 Min.

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Die Lücke im Haushalt ist durch Kompromisse von SPD und Union größer geworden – Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) dürften nun noch einige Verhandlungen bevorstehen. (Archivbild) (Quelle: Niklas Treppner/dpa/dpa-bilder)

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Die Bundesregierung steht beim Haushalt vor allem ab 2027 vor schwierigen Aufgaben. Die Löcher sind noch einmal größer geworden.

Die Bundesregierung steuert auf große Haushaltsprobleme in den kommenden Jahren zu. Die schwarz-rote Koalition muss milliardenschwere Löcher stopfen. In der Finanzplanung gibt es in den Jahren 2027 bis 2029 eine Lücke von insgesamt rund 172 Milliarden Euro, wie es aus Regierungskreisen hieß. Die Rede war von der zentralen finanzpolitischen Herausforderung für die nächsten Jahre. Die Planung ist Teil des Entwurfs für den Bundeshaushalt 2026, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Der Haushalt soll Ende November vom Bundestag verabschiedet werden.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant im kommenden Jahr mit Ausgaben von 520,5 Milliarden Euro, das sind 3,5 Prozent mehr als dieses Jahr. Der Haushalt für dieses Jahr ist noch nicht beschlossen, das soll im September geschehen.

Die Investitionen sollen 2026 bei 126,7 Milliarden Euro liegen. Geplant sind Investitionen etwa in die Sanierung von Brücken und das Schienennetz, für Digitalisierung, Bildung, Forschung und Entwicklung sowie bezahlbaren Wohnraum.

Der Bund will 2026 im Kernhaushalt neue Kredite in Höhe von 89,9 Milliarden Euro aufnehmen. Dazu kommen neue Schulden von insgesamt 84,4 Milliarden Euro aus den beiden Sondervermögen – zum einen dem für Infrastruktur und Klimaschutz, zum anderen dem für die Bundeswehr. Insgesamt sind in den Jahren 2025 bis 2029 neue Schulden von mehr als 850 Milliarden Euro vorgesehen.

Die Mittel aus dem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr sind laut Planung im Jahr 2028 verbraucht. Um auch danach wesentlich mehr Geld für die Bundeswehr ausgeben zu können, wurde aber die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben gelockert.

Mit Blick auf die sogenannte Nato-Quote hieß es, im Jahr 2029 sollten 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben werden. Die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr soll vor dem Hintergrund der Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine deutlich gestärkt werden.

Ausstattung der BundeswehrVergrößern des Bildes
Eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr ist Ziel der Regierung. (Archivbild) (Quelle: picture alliance / dpa/dpa-bilder)

„Handlungsbedarf“ gestiegen

Bei den Lücken im Etat ist haushaltstechnisch von einem „Handlungsbedarf“ die Rede. Dass es solche in der Finanzplanung gibt, ist üblich. Aus Regierungskreisen hieß es aber, die Handlungsbedarfe seien sehr hoch. Mitte Juni war Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs 2025 in der Finanzplanung für die Jahre 2027 bis 2029 noch von einer Haushaltslücke von zusammen 144 Milliarden Euro ausgegangen.

Diese Lücke ist nun durch Kompromisse der Bundesregierung größer geworden. Konkret geht es im Jahr 2027 um eine Lücke von 34,3 Milliarden Euro, im Jahr 2028 um einen „Handlungsbedarf“ von 63,8 Milliarden und im Jahr 2029 um eine Lücke von 74 Milliarden.

Die Gründe für die größeren Löcher: Zum einen geht es um milliardenschwere Kompensationen für Steuerausfälle von Ländern und Kommunen durch einen bereits beschlossenen „Wachstumsbooster“ von Bund und Ländern – mit steuerlichen Entlastungen von Firmen soll die Wirtschaft angekurbelt werden.

Dazu kommt die Entscheidung von CDU, CSU und SPD, dass die Ausweitung der Mütterrente schon zum 1. Januar 2027 wirken soll und damit ein Jahr früher als zunächst geplant. Die Bundesregierung plant zudem eine Unterstützung bei finanziellen Hilfen für kommunale Altschulden. Außerdem muss der Bund deutlich mehr Geld für Zinsausgaben zahlen.

Bundestag und Bundesrat hatten ein insgesamt 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz beschlossen. Davon gehen 100 Milliarden an die Länder. Beim Stopfen der Haushaltslöcher nützt das Geld aber nur bedingt, denn es soll sich um zusätzliche Investitionen handeln – auch wenn vor allem die Grünen einen großen „Verschiebebahnhof“ vom Sondervermögen in den regulären Haushalt sehen.

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