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You are at:Home»Politik»Zu viele bei Anti-AfD-Demo – Protest abgebrochen
Politik

Zu viele bei Anti-AfD-Demo – Protest abgebrochen

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Zu viele bei Anti-AfD-Demo – Protest abgebrochen
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In Hamburg gehen Zehntausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Der Andrang ist gewaltig. So sehr, dass die Veranstalter die Reißleine ziehen.

Etwa 130.000 Menschen sind laut Angaben der Veranstalter am Freitagnachmittag bei winterlichen Temperaturen in der Hamburger Innenstadt gegen rechts auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am Jungfernstieg, wo ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Kulturschaffenden, Wirtschaftsverbänden, Parteien und Vereinen zu einer Kundgebung unter dem Motto „Hamburg steht auf – Gemeinsam gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ aufgerufen hatte.

Die Demonstration musste am frühen Abend wegen Überfüllung abgebrochen werden. Kazim Abaci vom Verein Unternehmer ohne Grenzen, der die Demonstration mitorganisiert hatte, sprach am Abend von 130.000 Teilnehmern. Erwartet worden waren rund 10.000.

Polizei geht von 50.000 Personen aus

Ein Sprecher der Polizei erklärte im Gespräch mit t-online, die polizeiliche Schätzung der Teilnehmerzahl habe sich gegen 16.45 Uhr auf etwa 50.000 Menschen belaufen. Die Veranstalter der Demonstration hätten den Protest nach Rücksprache mit der Polizei wegen Überfüllung abgebrochen. Zu polizeilichen Maßnahmen sei es nicht gekommen.

Tausende Protestierende zogen weiter vor das Hamburger Rathaus, wie ein t-online Reporter berichtet. Dort sollte die Veranstaltung ursprünglich stattfinden. Die AfD hatte dies mit der kurzfristigen Anmeldung einer Fraktionssitzung unmöglich gemacht, da in diesem Fall ein Bannkreis von 350 Metern rund um das Rathaus gilt.

Die Polizei drängte die Demonstrierenden wegen der Bannmeile zurück. Die Menge skandierte „Nazis raus“ und „Ganz Hamburg hasst die AfD“, wie ein t-online Reporter berichtet. Dennoch verlief der Einsatz überwiegend friedlich. Etwa eine Stunde später war der Platz wieder frei.

Die S-Bahnen in Richtung Innenstadt waren am Nachmittag überfüllt. Hintergrund der Demo war das Geheimtreffen von Rechtsextremisten unter anderem mit AfD-Funktionären in Potsdam.

Unter den Teilnehmenden sind auch viele Familien. So die Mütter Tanja und Julie, die aus Ahrensburg mit ihren Kindern nach Hamburg zur Demo gefahren sind. Tochter Smilla sagt: „Wir wollen, dass die AfD nicht gewählt wird.“ Es ist nicht das erste Mal, dass die Kinder gegen Rechtsextremismus demonstrieren.

Bürgermeister Tschentscher kritisiert AfD scharf

Als Redner in Hamburg wollten unter anderem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, Bischöfin Kirsten Fehrs, der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbands UVNord, Michael Thomas Fröhlich, sowie der Intendant des Thalia-Theaters, Joachim Lux, auf die Kundgebungsbühne gehen. Wo am Wochenende gegen Rechtsextremismus demonstriert wird, können Sie auf unserer Karte sehen.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach auf der Kundgebung und attackierte die AfD dabei scharf. „Die Botschaft an die AfD und ihre rechten Netzwerke ist: Wir sind die Mehrheit und wir sind stark, weil wir geschlossen sind und weil wir entschlossen sind, unser Land und unsere Demokratie nach 1945 nicht ein zweites Mal zerstören zu lassen.“

Durch Bekanntwerden des Potsdamer Treffens habe man erfahren, „dass Rechtsradikale in Deutschland einen Umsturz und eine systematische sogenannte Remigration von Millionen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes planen“, sagte er. Das zeige, wie schnell Populismus in verfassungsfeindliche, Demokratie und Menschen verachtende Aktivitäten umschlagen könne.

Schon das Wort Remigration sei eine empörende Verharmlosung. „Sie wollen eine Deportation. Sie wollen die Zeit zurückdrehen, zurück in eine Zeit von Hass und Gewalt“, sagte Tschentscher.

Auch das Argument der AfD, dass es sich bei dem Treffen in Potsdam um eine „private“ Veranstaltung gehandelt habe, ließ der Bürgermeister nicht gelten. Dies sei ihm auch völlig egal: „Wer die Deportation von Menschen plant, ist ein rechtsradikaler Verfassungsfeind – und nichts anderes!“

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