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Panorama

Die Spur führt nach Deutschland

wochentlich.deBy wochentlich.de20 Februar 2025Keine Kommentare4 Mins Read
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Die Spur führt nach Deutschland
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Krimi um die „Zizians“

Rätselhafter Schusswechsel: Die Spur führt nach Deutschland

Aktualisiert am 20.02.2025 – 11:04 UhrLesedauer: 4 Min.

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FBI-Agenten durchsuchen ein Viertel in Chapel Hill: Ein tödlicher Schusswechsel zwischen der US-Grenzpolizei und zwei Personen in Vermont hat weitreichende Ermittlungen ausgelöst. (Quelle: ap)

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Schüsse in Vermont, eine sektenähnliche Gruppe, andere Verbrechen: Der Tod eines Beamten und einer deutschen Person bei einer Fahrzeugkontrolle entfaltet sich zu einem Fall voller bizarrer Wendungen.

Der Fall liest sich wie ein überdrehter Krimi: ein tödlicher Schusswechsel mit der US-Grenzpolizei, Tötungsverbrechen in mehreren Bundesstaaten und eine Verbindung ins baden-württembergische Freiburg. Was zunächst wie das dramatische Ende einer Fahrzeugkontrolle aussieht, entpuppt sich als Teil einer Geschichte voller Verstrickungen und Wendungen. An deren vorläufigem Ende steht die Festnahme der mutmaßlichen Anführerin einer sektenähnlichen Gruppe: der „Zizians“.

Ende Januar stoppen Beamte im Bundesstaat Vermont nahe der US-Grenze zu Kanada ein Fahrzeug. Die Insassen stehen laut Gerichtsdokumenten unter Beobachtung, nachdem ein besorgter Hotelangestellter die Polizei alarmiert hat – die beiden seien verdächtig gekleidet, die Frau bewaffnet.

Die Kontrolle eskaliert: Eine 21-Jährige eröffnet nach Behördenangaben das Feuer, die Polizei schießt zurück. Die zweite, 28 Jahre alte Person aus dem Auto, die laut Polizei ebenfalls eine Waffe zieht, und ein Grenzbeamter sterben bei dem Schusswechsel. Im Fahrzeug finden Ermittler Waffen und Kampfausrüstung.

Schnell wird bekannt, dass die getötete Person aus dem Raum Freiburg stammt. Deutsche Behörden bestätigen dies gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, weitere Details bleiben zunächst aber aus. Anfangs ist in Berichten von einem Mann die Rede, doch laut Gerichtsdokumenten gibt die Person sich selbst einen weiblichen Namen.

In den folgenden Wochen setzen US-Medien – darunter der Sender NBC News und die „Washington Post“ – anhand von Polizeiberichten und Gerichtsdokumenten Stück für Stück ein Puzzle zusammen, das es in sich hat. Amerikanische Behörden bringen den Vorfall nahe der Grenze mit mehreren Tötungsdelikten in verschiedenen Bundesstaaten in Verbindung. Das zentrale Bindeglied: eine sektenähnliche Gruppe namens „Zizians“, deren Ursprünge Medienberichten zufolge im kalifornischen Berkeley liegen.

Die Organisation entsteht demnach 2012 in der Rationalisten-Szene der US-Westküste, einer losen Gemeinschaft von Intellektuellen, die sich vor allem mit Fragen über die Zukunft der Menschheit auseinandersetzt. Aus anfänglichen philosophischen Debatten über Veganismus, Transgender-Themen und Künstliche Intelligenz (KI) formt sich eine Splittergruppe mit zunehmend radikalen Zügen. Inwieweit sich die Gruppe im Laufe der Jahre von den ursprünglichen Idealen dieser Szene entfernt, ist unklar.

Zum mutmaßlichen Anführer entwickelt sich eine Person namens Ziz, die immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Laut NBC News zeigen sich auch Bekannte von Ziz besorgt über deren radikale Ideen. 2019 wird sie bei einem Protest mit drei Anhängern vorübergehend festgenommen. Was in den folgenden Jahren geschieht, fasst NBC News so zusammen: „Dann lief alles aus dem Ruder.“

Im September 2022 erscheint eine Todesanzeige in einer Lokalzeitung im Bundesstaat Alaska: Eine Person mit demselben Geburtsnamen wie Ziz sei im August bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen. „Du hast Abenteuer, Freunde und Familie, Musik, Blaubeeren, Radfahren, Computerspiele und Tiere geliebt“, steht dort. „Du wirst vermisst.“

Wenige Monate später greifen drei Menschen im Bundesstaat Kalifornien den übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen Vermieter mit einem Schwert an. Der Mann im hohen Rentenalter wird dabei so schwer verletzt, dass er auf einem Auge erblindet. Doch er wehrt sich in der Situation, zieht eine Waffe und erschießt eine der Angreiferinnen – eine Frau, die 2019 mit Ziz festgenommen worden war. Zwei weitere Personen werden angeklagt. Eine davon: ebenfalls eine frühere Mitstreiterin von Ziz.

An Silvester 2023 kommt es dann den Medienberichten zufolge im Bundesstaat Pennsylvania zu einem Tötungsdelikt: Ein Ehepaar wird in seinem Zuhause nahe der Stadt Philadelphia erschossen. Schnell gerät deren Tochter ins Visier der Ermittler – und wird später noch eine entscheidende Rolle spielen. Doch die Ermittlungen führen eher zufällig auch zu einer eigentlich Totgeglaubten.

Als die Polizei einen verdächtigen Mann in einem Hotelzimmer festnimmt, machen die Beamten eine unerwartete Entdeckung: Ziz sitzt vor ihnen. Sie wird erneut festgenommen und verbringt mehrere Monate in Haft. Doch in diesem Fall kommt es zu keiner Anklage – gegen niemanden. Ziz kommt wieder auf freien Fuß.

Die Monate vergehen. Dann, nur wenige Tage vor dem Vorfall nahe der Grenze, wird der Vermieter in Kalifornien getötet, der zuvor schwer verletzt worden war. Er hätte NBC News zufolge im April 2025 im Prozess gegen die noch inhaftierten Angreifer aussagen sollen. Ein junger Mann wird wegen Mordes angeklagt. Und hier schließt sich der Kreis: Der mutmaßliche Täter hat laut Medienberichten eine Verbindung zu der 21-Jährigen, die wenig später nahe der Grenze die Waffe zieht.

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