Viele Menschen nutzen die Sommerferien für einen ausgedehnten Urlaub. Das merkt auch ein Hamburger Tierheim, in dem derzeit mehr Tiere abgegeben werden als sonst.
Das Tierheim Süderstraße des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Seit Juni wurden dort 210 Tiere abgegeben – deutlich mehr als sonst. Das teilte das Tierheim dem NDR mit. Die Mitarbeiter erklären den Anstieg der Tierzahlen mit dem sogenannten „Sommerphänomen“. Wenige Tage vor den Sommerferien werden besonders viele Tiere im Tierheim abgegeben, weil ihre Besitzer in Urlaub fahren wollen oder sie ihnen in der Freizeit zu lästig geworden sind.
Der Hund Pinu wurde von seinem Besitzer einfach an einer Bushaltestelle angebunden zurückgelassen, erzählt eine Tierpflegerin. Er kam im Juni ins Tierheim. Neben den Hunden wurden auch viele Katzen im Tierheim abgegeben, die niemandem zugeordnet werden konnten und zum Teil noch trächtig waren oder Kätzchen hatten.
Urte Inkmann ist die tierärztliche Leiterin des Tierheims Süderstraße. Wenn es um Katzen geht, nimmt sie die Politik in die Pflicht. „Ich wünsche mir von der Politik eine Katzenschutzverordnung, damit alle Katzen, die draußen herumlaufen, gechippt und kastriert sind und wir weniger Katzenelend haben“, sagt Inkmann.
Pinu konnte erfolgreich vermittelt werden und hat nach dieser schlimmen Erfahrung wieder ein liebevolles Zuhause gefunden. Doch der Hund war einer der letzten, die während des „Sommerphänomens“ aufgenommen wurden. Inzwischen wurde ein Aufnahmestopp für Hunde verhängt.
